Dr. Fayad Zahnarzt Regensburg

Wissenswertes

Karies - warum ärgert sie uns?

Die Karies ist eine Infektionskrankheit, die durch Bakterien verursacht wird. Vor allem das Bakterium Streptococcus mutans ist besonders Karieserzeugend. Bei einem Neugeborenen ist noch kein Kariesbakterium in der Mundhöhle vorhanden. Erst durch den Kontakt mit der Mutter oder anderen Personen wird die Karies auf den Säugling übertragen. Das Kariesbakterium alleine kann noch keine Karies verursachen. Das Bakterium kann erst bei Vorhandensein von Zucker Säure produzieren. Erst diese Säure greift den Zahnschmelz an und verursacht die Löcher im Zahn durch ein Auflösen des Zahnschmelzes.

Guten Unterschlupf finden die Kariesbakterien dabei unter Zahnstein in Zahnbelag oder an kaputten Füllungsrändern. Hier haben die Bakterien besonders engen Kontakt zum Zahn. Durch diesen engen Kontakt kann sich die Wirkung der produzierten Säure ganz besonders aggressiv ausprägen.


Stadien der Karies

  1. Der Zahnschmelz ist oberflächlich leicht ausgelöst, es zeigt sich ein weisser oder brauner Fleck. Es ist noch kein Loch vorhanden. Oftmals reicht hier eine Fluoridierung der betroffenen Stelle aus und es muss noch nicht gebohrt werden.
  2. Es ist bereits ein Loch entstanden. Oft ist beim Verzehr von Süßem ein Schmerz zu spüren. Hier muss bereits gebohrt werden.
  3. Die Karies ist bereits bis zum Zahnnerv (= sogenannte Zahnpulpa) vorgedrungen. Hier bestehen schon oft starke Schmerzsymptomatik, besonders beim Essen und nachts beim Schlafen. Hier muss der bereits infizierte Zahnnerv entfernt werden und eine Wurzelkanalbehandlung ist nötig.
  4. Die Infektion des Zahnes hat über den Hohlraum innerhalb des Zahnes den Bereich des Kieferknochen um die Wurzelspitze erreicht. Hier bestehen oft starke Schmerzen, besonders beim Aufbeißen oder nachts. Hier muss auch eine Wurzelkanalbehandlung durchgeführt werden. Zum Teil muss der Entzündungsbereich durch eine kleine Operation entfernt werden (die sogenannte Wurzelspitzenresektion).

Um Karies zu vermeiden ist es notwendig die Bakterienzahl auf den Zähnen zu verringern. Das heißt Beläge müssen regelmäßig von den Zähnen weggebürstet werden. Zudem muss der Zuckerkonsum reduziert werden. Zahnpflegekaugummis wirken antikariogen, da sie die Speichelproduktion anregen und somit die Zähne natürlich spülen. Ein tägliches Zähneputzen können sie auf keinen Fall ersetzen. Positiv wirken sich auch Mundspüllösungen als unterstützende Zahnpflege aus. Diese Mundwässer wirken anitbakteriell und reduzieren die Bakterienzahl. Zahnbeläge können Mundwässer nicht auflösen. Auch hier ist das Zähneputzen unerlässlich.


Tipps zur Kariesvermeidung:

  • 3 mal täglich Zähneputzen
  • Ist Zähneputzen nach einer Mahlzeit nicht möglich, dann Mund mit klarem Wasser spülen oder einen Zahnpflegekaugummi kauen oder einen Apfel essen.
  • Nur Fluoridhaltige Zahnpasten verwenden
  • Regelmäßig Zahnseide verwenden, da sich besonders zwischen den Zähnen Karies bildet
  • 1 mal wöchentlich zusätzlich mit Fluoridgel Zähne putzen
  • Zuckerhaltiges vermeiden (auf das Zahnmännchen mit Schirm achten)
  • Eine elektrische Zahnbürste mit rundem, oszillierendem Bürstenkopf erleichtert die Zahnpflege
  • Gesund und abwechslungsreich ernähren
  • Mindestens 2 mal pro Jahr Ihren Zahnarzt zum Check-Up aufsuchen

Weisheitszähne - warum machen sie oft Probleme?

Weisheitszähne sind evolutionshistorisch betrachtet bei uns Menschen eigentlich nicht notwendig. Unsere Kiefer sind für diesen zusätzlichen Zahn meist nicht groß genug, um Ihnen genügend Platz bieten zu können. So kommt es, dass sie oft Schwierigkeiten machen.

Manche Weisheitszähne sind völlig verdreht im Kieferknochen und können nicht vollständig durchbrechen. Oft spitzt nur ein kleiner Teil durch das Zahnfleisch und führt zu einer schmerzhaften Entzündung oder gar einem gefährlichen Abszess.

So ein verdrehter Weisheitszahn kann auch den vorderen Backenzahn schädigen. Das Röntgenbild links zeigt einen Weisheitszahn, der am vorderen Backenzahn ein Loch verursacht hat. Einen nicht ganz durchgebrochenen Weisheitszahn frei von Belägen (=Plaque) zu halten ist praktisch unmöglich. Die Bakterien in den Belägen verursachen aber Karies.

Manchmal entstehen rund um einen verlagerten, völlig von Knochen umschlossenen Weisheitszahn, auch eine Zyste. Diese Zyste kann viel Kieferknochen zerstören ohne Beschwerden zu machen.

Mit der Zeit können die Wurzeln von Weisheitszähnen auch um den Nerv des Unterkieferknochens wachsen. Bei einer Entfernung solch eines Weisheitszahnes kann dann der Nerv geschädigt werden. Als Folge kann dann die Lippe und ein Teil des Kinns taub bleiben.

Aufgrund dieser möglichen Schwierigkeiten sollte ein Weisheitszahn bei dem Verdacht auf mögliche Probleme frühzeitig entfernt werden. Manchmal ist es auch notwendig Weisheitszähne zu entfernen, um Zahnverschiebungen durch den Wachstumsdruck eines Weisheitszahnes zu vermeiden. Dies kann besonders nach kieferorthopädischen Behandlungen wichtig sein.

Überempfindliche Zähne - was ist schuld daran?

Es gibt viele Möglichkeiten, warum Ihre Zähne überempfindlich auf Wärme, Kälte, Druck oder Süßes reagieren können. Beispiele für mögliche Ursachen:

  • gebrochene Füllungen
  • Zahnfrakturen
  • Eine Entzündung des Zahnnervs
  • Karies
  • Freiliegende Zahnhälse
  • Zähneknirschen
  • Entzündungen der Nasennebenhöhlen
  • Zu hohe neue Füllungen/Zahnersatz

Eine frühzeitige genaue Untersuchung durch Ihren Zahnarzt kann einer Verschlimmerung vorbeugen.

Schlechter Atem - warum entsteht er und was können Sie dagegen tun?

Schlechter Atem - auch Halitosis genannt - ist ein Problem, das sie haben könnten, aber es selber gar nicht wissen. Die Hände vor den Mund zu nehmen, auszuatmen und zu riechen sagt Ihnen nicht ob Sie schlechten Atem haben. Der unangenehme Mundgeruch kommt aus der Tiefe des Mundes und zeigt sich meist nur beim Sprechen.

So testen Sie Ihren Atem:

  • Ziehen Sie mit einer Hand Ihre Zunge heraus und wischen Sie mit der anderen Hand Ihren Zungenrücken mit einem Wattestäbchen ab, für etwa 15 Sekunden. Warten Sie ein paar Minuten und riechen Sie dann an dem Wattestäbchen. Wenn es unangenehm riecht, könnte es ein Hinweis für schlechten Atem sein.
  • Reinigen Sie ein paar Ihrer hinteren Backenzähne mit einer geschmackneutralen ungewachsten Zahnseide. Warten Sie wieder ein paar Minuten und riechen Sie dann an der Zahnseide. Auch hier könnten Sie einen Hinweis auf schlechten Atem finden.
  • Wenn sie ständig einen schlechten Geschmack im Mund haben, könnte dies ein Hinweis auf schlechten Atem sein.
  • Fragen Sie mutig einen Freund oder Familienangehörigen. Die Antwort könnte unangenehm sein, aber Wissen ist Macht! Jetzt können Sie etwas dagegen tun.

Wodurch entsteht schelchter Atem?

  • Bakterien und Essensreste
  • Trockener Mund
  • Stressbedingter trockener Mund
  • Zahnfleischentzündungen (Parodontose mit Taschenbildung)
  • Beläge/Zahnstein
  • Karies
  • Verdauungsstörungen

Frischer Atem - Tipps ihn zu bekommen und zu behalten

  • Gehen Sie mindestens 2 mal pro Jahr zu Ihrem Zahnarzt, um eine professionelle Zahnreinigung zu bekommen und Ihren Mund auf Karies und Parodontose untersuchen zu lassen.
  • Lassen Sie sich von Ihrem Zahnarzt die richtige Technik des Zähneputzens zeigen und informieren Sie sich über sinnvolle Hilfsmittel für die optimale Zahnpflege.
  • Eliminieren Sie Bakterien und Essensreste. Putzen Sie nach jeder Mahlzeit Ihre Zähne und bürsten Sie auch Ihr Zahnfleisch und Ihre Zunge. Benützen Sie auch Zahnseide!
  • Wenn keine Zahnbürste zur Hand, mindestens nach Mahlzeiten den Mund gut mit viel Wasser spülen.
  • Trinken Sie viel Flüssigkeit, bevorzugt Wasser, um Ihren Mund feucht zu halten.
  • Wenn sich Ihr Mund trocken anfühlt, essen Sie zuckerfreie Kaugummis oder zuckerfreie Pfefferminzbonbons, um Ihre Speichelproduktion anzuregen.
  • Vermeiden Sie alkoholhaltige Mundwässer.
  • Versuchen Sie es mit Entspannungsübungen, wenn Sie stressbedingten schlechten Atem haben.

Die Zahnbürste - warum muss Sie regelmäßig gewechselt werden?

Wechseln Sie regelmäßig Ihre Zahnbürste und leben Sie dadurch gesünder!

Ihre Zahnbürste - ein Gegenstand, den Sie mehrmals täglich in den Mund nehmen - ist ein Treffpunkt für Tausende von Mikroorganismen. Über 300 verschiedene Typen von Mikroben leben in unserer Mundhöhle und damit auch auf Ihrer Zahnbürste. Glücklicherweise sind die meisten von ihnen - in einem normalen Mund - harmlos. Es gibt aber auch eine Reihe nicht ganz harmloser Bakterien die sich auf Ihrer Zahnbürste ansiedeln können:

  • Erkältungs- und Grippebakterien
  • Der Herpesvirus
  • Staphylococcus Bakterien, verantwortlich für viele Hals-, Nasen-, Ohrenentzündungen
  • Candida, ein parasitärer Pilz, der offene Stellen auf der Mundschleimhaut verursacht
  • Bakterien, die auch Parodontose verursachen

Was lernen Wir daraus? Sie können viele Infektionen und Krankheiten vermeiden, indem Sie Ihre Zahnbürste spätestens nach 2 Monaten wechseln

Wie mache ich bei meinem Kind im Vorschulalter alles richtig?

Sobald Ihr Sprössling den ersten Zahn bekommt, sollten Sie auch schon mit der Zahnpflege beginnen. Reinigen Sie die Zähne und das Zahnfleisch nach den Mahlzeiten mit einem feuchten Wattepad, oder einem feuchten kleinen Lappen. Sobald Ihr Kind eine Zahnbürste akzeptiert, putzen Sie ihm 2 mal täglich mit einer speziellen, besonders weichen Kinderzahnbürste die Zähne.

Nehmen Sie nur einen kleinen Tropfen spezielle Kinderzahncreme, wenn Ihr Kind diese möchte und Sie sicher sind, dass Ihr Kind nicht alles verschluckt. Ansonsten Putzen Sie die Zähne ohne Zahncreme. Benützen Sie auch bei Ihrem Kind schonend Zahnseide, besonders bei eng stehenden Zähnen.

Helfen Sie Ihrem Kind regelmäßig beim Zähneputzen bis es 7-10 Jahre alt ist und seine Zähne selber gründlich putzen kann. Sie sollten dann aber immer noch regelmäßig kontrollieren. Verwenden Sie für diese Kontrolle öfter Belagfärbetabletten, die Sie in jeder Apotheke bekommen. So sehen Sie und ihr Kind wo noch Belägereste sind.

Fluorid ist ein wichtiger Bestandteil für eine gesunde Zahnentwicklung. Dieses Fluorid kann in Form von Tabletten nötig sein. Oder in Form von Zahncreme oder beim Zahnarzt durch spezielle Fluoridierungsflüssigkeiten und Lacke. Heute gibt es auch fluoridierte Salze. Fragen Sie Ihren Zahnarzt über geeignete Fluoridierungsmaßnahmen für Ihr Kind.

Achtung:
Bei Überdosierung von Fluoriden kann es bei den bleibenden Zähnen zu einer dauerhaften Schädigung, der sogenannten Dentalfluorose kommen. Sie zeigt sich durch schneeweiße oder leicht bräunliche Flecke auf den bleibenden Zähnen. Verursacht wird sie durch die Aufnahme von zuviel Fluoriden, durch Verschlucken von Zahncreme (Kinder finden den Geschmack oft toll), durch Trinken von fluoridierten Getränken, durch Verwendung von fluoridierten Salzen oder durch die Gabe zu vieler Fluoridtabletten für Kinder. Wichtig - es kommt immer auf die richtige Dosis an. Fragen Sie daher Ihren Zahnarzt.

Das größte Problem bei Kindern Im Flaschenalter ist das sogenannte "Nuckelflaschen - Syndrom". Es wird verursacht durch das ständige Vorhandensein von zuckerhaltigen Flüssigkeiten in der Mundhöhle des Kindes. Diese zuckerhaltigen Flüssigkeiten werden leichtsinnig zugeführt über Getränke in den Nuckelflaschen.

Oft sind dies Getränke wie Milch, Kakaogetränke, Fruchtsaftgetränke, Zuckertees und anderes. Dies passiert wenn Kinder zudem noch ihre Flasche mit ins Bett nehmen oder für viele Stunden am Tag mit sich herumtragen. Benützen Sie lieber Tassen für ein kurzes Trinken, oder besser gewöhnen Sie Ihre Kinder von Anfang an zuckerfreie Durstlöscher, wie Wasser.

Kinder lernen am besten durch Nachmachen. Lassen Sie also Ihre Kinder zusehen, wenn Sie Ihre Zähne putzen. Geben Sie ein gutes Beispiel für Ihr Kind, und Ihr Kind wird von Anfang an eine exzellente Mundhygiene erlernen. Ganz wichtig, schimpfen Sie Ihr Kind nie, wenn es beim Zähneputzen noch Fehler macht, sondern ermuntern Sie es zum richtigen Umgang mit der Zahnbürste. Zahnputzzeit darf nicht zum Streit werden, da Ihr Kind sonst Mundhygiene vernachlässigen wird.

Gehen Sie schon mit Ihrem Kind zum Zahnarzt, sobald bei Ihrem Kind der Zahndurchbruch beginnt. Gehen Sie nicht erst dann zum Zahnarzt, wenn Ihr Kind zum ersten mal Zahnschmerzen hat, oft wird so der erste Zahnarztbesuch zum traumatischen Erlebnis.

Welche Ernährung ist für eine Gesunderhaltung der Zähne wichtig?

Für die Gesunderhaltung Ihrer Zähne ist keine besondere Diät notwendig. Wichtig ist es jedoch den Zuckerkonsum zu kontrollieren. Die wichtigsten Regeln für eine ausgewogene gesunde Ernährung im Überblick:

* Zuckerkonsum reduzieren

Zucker ist für Mundbakterien das ideale Baumaterial. Aus ihnen machen die Bakterien den gefährlichen Zahnbelag - die sog. Plaque. In der Plaque und unter Ihr produzieren die Bakterien aus Zucker Säure. Diese Säure greift den Zahn an und verursacht Karies.

Wie man in der Abbildung erkennen kann, richten die Borsten der Zahnbürste zunächst nur wenig aus. Erst mehrmaliges systematisches Putzen entfernt die Plaque. Zuckerhaltige Speisen begünstigen die Entstehung von Plaque und damit von Karies. Wer zwischendurch Süßigkeiten konsumiert, sollte danach immer die Zähne putzen. Am besten sollten Zwischenmahlzeiten so selten wie möglich sein.

Achtung: Viele Lebensmittel wie zum Beispiel Bananen, Fruchtjoghurt, Hustensaft, Bienenhonig, Ketchup, Müsliriegel, Milchcremeschnitten, Limonaden, Cola, Fruchtsäfte etc. enthalten Unmengen von Zucker (ein Liter Cola enthält beispielsweise 75 Stück).

* Zuckerersatzstoffe zum Süßen verwenden

Auf Süßes zu verzichten, das schafft wohl kaum jemand. Das müssen sie auch nicht.

Das Zahnmännchen mit Schirm auf der Verpackung zeigt an, welche Süßigkeiten mit Zuckeraustauschstoffen gesüßt sind. Sie können von den Mundbakterien nur schwer umgesetzt werden und produzieren daher wenig zahnschädliche Säuren.

Vorsicht: Im Gegensatz zu Süßstoffen enthalten Zuckeraustauschstoffe nicht weniger Kalorien als Zucker. Zudem wirken Sie in größeren Mengen abführend. Auch der "Diabetikerzucker" Fructose (diesen Begriff liest man häufig auf der Verpackung für diätische Produkte) verursacht Karies.

* Zuckerfreie Durststiller vorziehen

Trinken Sie lieber auf das Wohl Ihrer Zähne. Vermeiden Sie zuckerhaltige Getränke und stillen Sie Ihren Durst mit Mineralwasser oder zuckerfreien Getränken.

Vorsicht - wichtig für Mütter: Geben Sie Ihren Kindern im Flaschenalter keine zuckerhaltigen Tees, unverdünnte zuckerhaltige Fruchtsäfte, zuckerhaltigen Kakao oder gar einen "Honigschnuller" zum Ruhigstellen!

* Abwechslungsreiche Ernährung

Abwechslungsreiche und ausgewogene Kost essen. Die Mahlzeiten sollten reich an Eiweiß, Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen sein. Wichtig sind vor allem Calcium, Vitamin D und Fluorid.

Calcium: enthalten in Milch, Milchprodukten, Obst, Gemüse und Vollkornprodukten
Vitamin D: enthalten in Fisch, Eiern und Milchprodukten
Fluorid: in Seefisch, Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten enthalten